LEBENSLÄUFE | Dokumentarfilm | Mini DV | Farbe | 29 min | © Deutschland 2009

TEIL 1

 

TEIL 2


 Projektbeschreibung

 „Lebensläufe“ ist ein dokumentarischer Film, in dem es um die Frage geht: Warum wird ein Mensch kriminell und begeht Straftaten? Warum kommen häufig junge Menschen mit dem Gesetz in Konflikt? Welchen Einfluss haben persönliche Erfahrungen, Schicksale und welche Rolle spielen Freundeskreis und häusliches Umfeld?

Diesen Fragen auf den Grund zu gehen, Antworten zu finden und  dabei präventiv zu wirken, ist Anliegen dieses Films.

Entstanden ist diese Projektidee an der Stralsunder Adolph- Diesterweg- Europaschule in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung der Kriminalitätsprävention.

Dank Unterstützung der Stralsunder JVA war es möglich, auf Grundlage von Interviews mit Häftlingen der dortigen Einrichtung diesen Film zu machen.

Projektnotiz, David ( 18 Jahre )

„ Am Anfang trafen wir uns an einem Nachmittag in der Schule und Stefan Koeck, unser Medienpädagoge, sowie Frau Kranich, unsere Sozialkundelehrerin, erzählten uns von dem Projekt. Wir diskutierten über das spannende Thema des Films und über mögliche Herangehensweisen. Da die meisten von uns und auch Frau Kranich selbst, noch nie bei einem so großen Filmprojekt mitgemacht hatten, war klar, dass wir uns alle erst einmal weiterbilden müssen! Unter Leitung von Stefan Koeck und Michael Petrowitz, einem Berliner Drehbuchautor, führten wir einen Workshop durch : Wie geht man mit der Kamera um? Wie nimmt man den Ton am besten auf? Wie stellt man die richtigen Fragen und welche Fragen sind eigentlich die richtigen, um Antworten zu bekommen, die zum Thema passen?

Am Ende des ersten Workshop- Wochenendes warf man uns gleich ins „kalte Wasser“. Mit Kamera, Mikro und allem technischen  Werkzeug ausgerüstet, interviewten wir im Einkaufszentrum verschiedene Passanten zum Thema Kriminalität.

Dies war die Generalprobe für die ersten Interviews mit den Häftlingen. Dank der Anstaltsleitung der Stralsunder JVA, allen voran Frau Hahn, war es uns möglich, an vielen Wochenenden mit den Häftlingen recht unbefangen ins Gespräch zu kommen und Interviews zu führen, die für alle Beteiligten interessant und  lehrreich waren. Jedes einzelne Interview war ein Erlebnis für sich, zeigte es uns doch, wie unterschiedlich die Lebenswege der Betroffenen verlaufen waren.

Insgesamt entstanden so 15 Stunden Filmmaterial. Auch einige Experten zogen wir zu Rate; wie einen Richter, einen Kriminalbeamten, eine Psychologin sowie Mitarbeiter von Jugendeinrichtungen.

Wir wollten auch wissen, wie Mitschüler und Erwachsene über Kriminalität in unserer Gesellschaft denken und führten auch dazu Befragungen durch.

Ein dreiviertel Jahr intensiver Arbeit liegt nun hinter uns und wir wollen mit unserem Film ein wichtiges Zeichen setzen, besonders für jugendliche Zuschauer: Jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich. Niemand muss kriminell sein.“

Projektnotiz, Sandra ( 17 Jahre )

Ich habe mich für die Mitarbeit an diesem Projekt entschieden, weil ich es als Herausforderung ansah, herauszufinden, wie Leute über Menschen denken, die im Gefängnis sitzen und welche Gründe diese für ihre Tat hatten. Auch interessierte mich, zu erfahren, wie das Leben in einem Gefängnis ist und wie der Alltag hinter Gefängnismauern aussieht.

Ich habe vor allem aber mitgemacht, weil ich möchte, dass der Film Kindern und Jugendlichen gezeigt wird, die evtl selbst vor der „Endstation“ stehen und sich doch noch um entscheiden und den richtigen Weg einschlagen, frei von Straftaten und ihre Schule beenden.

Der Film soll natürlich auch Abschreckung sein für Jugendliche mit krimineller Energie. Die Zeit, die jemand im Gefängnis sitzt, ist schließlich Zeit, die nie wieder kommt und man hätte sie besser nutzen können.

Ich selbst kenne das Gefühl, vor einer Entscheidung zu stehen und dabei von anderen beeinflusst zu werden.

Aber am Ende hat man sein Schicksal selbst in der Hand und kann sich immer für den richtigen Weg entscheiden.

Es ist keineswegs cool, wenn man Straftaten begeht und irgendwann im Leben bereut man diese. So finde ich unser Filmprojekt auch besonders wirksam, weil es von Jugendlichen für Jugendliche gemacht wurde.

Es war dies mein erstes Filmprojekt und ich habe eine Menge über den Umgang mit den dazugehörigen Medien gelernt. Viele Wochenenden haben wir freiwillig in der Schule gearbeitet und am Ende sind wir einfach stolz auf das Ergebnis.

Projektnotiz, Stefan ( 15 Jahre)

Auf das Projekt wurde ich aufmerksam durch Stefan Koeck, mit dem ich schon in der Ukraine am Film „ Bukowina Style “ gearbeitet habe.

Sofort war ich begeistert, interessierte mich die Thematik „ Lebensläufe “ doch sehr. Ich stellte es mir sehr interessant vor, mit Häftlingen einen Film zu machen und zu erfahren, warum sie im Gefängnis sind. Warum wurden sie überhaupt straffällig?

Eigentlich denkt man ja immer, dass Straftäter schon von weitem erkennbar sind, doch rasch wurden wir eines besseren belehrt. Bereits nach den ersten Interviews waren wir erstaunt, wie gewöhnlich unsere Interviewpartner aussahen und wie natürlich sie sich verhielten.

Ich weiß auch, dass man keine Vorurteile haben sollte, doch erst durch unser Projekt ist mir dies wirklich bewusst geworden.

Überrascht war ich, wie kooperativ die Häftlinge waren und wie ehrlich sie auf all unsere Fragen antworteten.

Viel Zeit und Arbeit haben wir in den Film investiert und ich hoffe sehr, dass viele Jugendliche unseren Film sehen werden und er ihnen hilft, den richtigen Weg im Leben zu gehen.

Projektnotiz, Elisa ( 15 Jahre )

Ich wurde auf das Projekt aufmerksam gemacht durch meine Sozialkundelehrerin Frau Kranich und unseren Schulleiter Herrn Pehlke. Als sie mich fragten, ob ich bei dem Projekt mitmachen möchte, war ich ziemlich schnell überzeugt und begeistert, denn das Thema interessierte mich sehr.

Wir befassten uns fast ein Jahr lang mit dem Alltag von Menschen im Gefängnis, erfuhren, wie ihr Alltag vor dem Gefängnis war und was sie im Leben falsch gemacht hatten, dass sie jetzt in der Stralsunder JVA sitzen.

Ich wünsche mir sehr, dass der Film ein Erfolg wird und vielen Leuten zeigt, wie schnell ein Leben in die falsche Richtung laufen kann. So hoffe ich natürlich auch, dass wir mit Hilfe unseres Filmes anderen helfen können, in ihrem Leben die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Ich möchte später einmal eine Ausbildung zur Polizistin machen und auch deshalb fand ich unser Filmthema so interessant. Einige der gemachten Erfahrungen kann ich bestimmt später einmal anwenden.

 

Hinweise für den Einsatz des Films:

Unser Film eignet sich sowohl für den Unterricht in Sekundarstufe I und II sowie auch für die außerschulischen Präventionsarbeit mit Kindern und besonders Jugendlichen.

Im Sozialkundeunterricht passt er sehr gut in die Thematik „Recht und Rechtsprechung“ sowie „Jugendliche in der Gesellschaft“.

 

Partner und Förderer

– Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung Mecklenburg-Vorpommern

– Identity Films Medienwerkstatt

– Adolph-Diesterweg-Europaschule

– screenwriters berlin

– Landesrundfunkzentrale Mecklenburg-Vorpommern

– Verein zur Förderung der Kriminalitätsprävention in Stralsund e.V.

– Textilpflege Stralsund GmbH & Co. KG

– Skypie music production

– Justizvollzugsanstalt  Stralsund

– Schulische Medienbildung in M-V |Der Schulversuch in Mecklenburg-Vorpommern

10.11.2011 | Kategorie: Blog | 0 Kommentare