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build – code- play | Lernen für die Zukunft

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Das Projekt zielte darauf ab, angehende Pädagog:innen ohne akademischen Abschluss aus Deutschland und Tansania im Rahmen einer internationalen Jugendbegegnung für MINKT-Themen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Kunst und Technik) zu sensibilisieren und sie als Multiplikator:innen auszubilden. Im Fokus standen die Vermittlung praktischer Kompetenzen im Bereich Making, Coding, Robotik und Experimentieren sowie interkultureller Austausch und gemeinsames Lernen.

Ein besonderes Anliegen war es, die Teilnehmenden zu befähigen, ihre erworbenen Kenntnisse niedrigschwellig und praxisnah an Kinder und Jugendliche in außerschulischen Bildungskontexten weiterzugeben. Durch Methoden wie „learning by doing“, Teamarbeit und gemeinsame Projektentwicklung in deutsch-tansanischen Tandems wurde nicht nur technisches Wissen vermittelt, sondern auch Kreativität, Problemlösefähigkeit und interkulturelle Kompetenz gestärkt.

Trotz organisatorischer Herausforderungen, insbesondere durch mangelnde Verlässlichkeit auf Seiten der tansanischen Projektleitung, konnte ein Großteil der Projektziele umgesetzt werden. Die Teilnehmenden gestalteten einzelne Projekttage und Experimente mit Grundschulkindern selbst und reflektierten ihre Rolle als Lernbegleiter:innen. Die Erfahrungen im praktischen Forschen, Tüfteln und Planen stärkten ihr Selbstvertrauen und ihre methodischen Fähigkeiten.

Nachhaltigkeit wurde durch ressourcenschonende Planung (z. B. regionale Verpflegung, Kompensation der Flugreisen, Verzicht auf weite Fahrten) berücksichtigt. Die Evaluation zeigte, dass viele Teilnehmende ihr Wissen bereits in ihre Einrichtungen tragen konnten.

Das Projekt leistete somit einen wertvollen Beitrag zur Bildungsförderung, internationalen Verständigung und zu den Zielen nachhaltiger Entwicklung (SDGs).

Zur Entstehung des Projekts

Das Projekt entstand aus dem gemeinsamen Wunsch, jungen Erwachsenen ohne akademischen Abschluss neue Perspektiven in der Bildungsarbeit zu eröffnen – insbesondere im Bereich MINKT. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass gerade in außerschulischen Bildungskontexten oft innovative, niedrigschwellige Ansätze fehlen, um Kinder und Jugendliche für technische Themen zu begeistern.

Zugleich wurde in der Zusammenarbeit mit tansanischen Partnerorganisationen deutlich, dass auch dort ein großes Interesse an praxisorientierten MINKT-Angeboten besteht – jedoch vergleichbare strukturelle Herausforderungen bestehen, etwa in Bezug auf fehlende Materialien, Ausbildungsmöglichkeiten oder methodische Zugänge.

Aus diesem gemeinsamen Bedarf heraus entwickelte sich die Idee eines internationalen Austauschs, bei dem junge Menschen aus Deutschland und Tansania zunächst selbst MINKT-Kompetenzen aufbauen und diese dann in ihrer Praxis mit Kindern und Jugendlichen erproben.

Besonders wichtig war den Projektinitiator:innen ein partizipativer Ansatz: Die Zielgruppe sollte nicht nur Empfängerin von Bildungsangeboten sein, sondern aktiv mitgestalten und selbst Multiplikator:innen-Rollen übernehmen.

Die Idee wurde schließlich als Jugendbegegnung konzipiert – mit dem Ziel, durch interkulturellen Austausch, gemeinsames Lernen und praktische Umsetzung in beiden Ländern langfristig Bildungszugänge zu verbessern und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden in ihrer pädagogischen Rolle zu stärken. Das Projekt knüpfte dabei an Erfahrungen aus der medienpädagogischen Arbeit sowie an internationale Netzwerke aus früheren Bildungskooperationen an.

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Projektverlauf

Das Projekt begann mit einer intensiven Vorbereitungsphase in Deutschland, in der junge Erwachsene – viele davon ohne akademische Vorbildung, aber mit großem Interesse an Bildung und Technik – zunächst selbst zu Lernenden wurden. Ziel war es, ihnen praxisnahe Kompetenzen im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu vermitteln und sie auf ihre zukünftige Rolle als Multiplikator:innen vorzubereiten.

Den Auftakt bildete ein digitaler Austausch mit der Partnergruppe aus Tansania, in dem interkulturelle Unterschiede, Kommunikationsstile und Stereotype thematisiert wurden. Im Anschluss folgten organisatorische Reisevorbereitungen und thematische Einführungen in die SDGs, insbesondere das Ziel 4: „Hochwertige Bildung“.

Vor Ort in Tansania tauchten die Teilnehmenden durch kreative und handlungsorientierte Workshops in Themen wie Stromkreise, Programmieren mit MaKey MaKey, Scratch, Robotik, Chemie und Biologie ein. Ein besonderes Highlight war der interaktive MINKT-Unterricht in Partnerschulen: In kleinen, internationalen Teams setzten die jungen Erwachsenen ihr frisch erworbenes Wissen mit tansanischen Grundschulkindern in Dar es Salaam, praktisch um – etwa beim Bau von Bechertelefonen, der Herstellung von „Elefantenzahnpasta“ oder dem Experimentieren mit Sensorik zur Pflanzenbewässerung.

Nach der Rückkehr nach Deutschland wurde das Gelernte reflektiert, in gemeinsamen Zoom-calls vertieft und für den zweiten Projektteil vorbereitet. Dabei entstanden eigene Workshop-Konzepte, die die Teilnehmenden im Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Stralsund und Umgebung durchführten – unter anderem in Ferienprogrammen. Auch hier stand das praktische Lernen im Fokus: Kinder und Jugendliche experimentierten mit Fischertechnik, Ozobots, LED-Karten und LEGO Boost-Robotern.

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Die jungen Erwachsenen übernahmen dabei zunehmend selbstständig die Rolle von Anleiter:innen. Ihre gewachsene Sicherheit zeigte sich in der eigenständigen Planung, Durchführung und Reflexion der Angebote.

Das Projekt machte deutlich, wie wirkungsvoll handlungsorientiertes Lernen in interkulturellen Kontexten sein kann – und wie junge Menschen durch eigene Lernerfahrungen befähigt werden, Wissen kreativ und verständlich an andere weiterzugeben.

Inhalte und Ziele, die im Projekt vermittelt wurden

Im Rahmen des Projekts wurden drei zentrale Zielsetzungen verfolgt, die allesamt mit konkreten Indikatoren hinterlegt und im Verlauf des Projekts evaluiert wurden. Die Auswertung der Ergebnisse liefert nicht nur Erkenntnisse über die Zielerreichung, sondern auch wertvolle Impulse für zukünftige Projekte im internationalen Bildungsbereich mit Fokus auf MINT und außerschulische pädagogische Praxis.

Ziel 1 des Projekts bestand in der Auseinandersetzung mit dem Mangel an innovativen MINT-Lehrplänen und Bildungsangeboten in beiden beteiligten Ländern. Die Indikatoren sahen vor, dass die Anzahl an innovativen Projekten und Lösungen im MINT-Bereich, die von den Teilnehmenden (TN) nach der Jugendbegegnung umgesetzt werden, steigt. Die Evaluation zeigt, dass durch den Projektverlauf ein starkes Bewusstsein für diesen Mangel geschaffen werden konnte. Die TN wurden ermutigt, die Relevanz innovativer und kreativer Ansätze im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu erkennen und in ihre pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einzubringen. Dies bildet eine solide Grundlage für die Initiierung eigener Projekte und stärkt die Innovationsfähigkeit im Bildungsbereich beider Länder. Für die Zukunft wurde deutlich, dass besonders praxisnahe Formate und methodische Vielfalt entscheidend sind, um kreative Lösungsansätze zu entwickeln und langfristig zu verankern. Außerdem zeigte sich, dass interkulturelle Austausche eine inspirierende Plattform bieten, um länderübergreifende Herausforderungen gemeinsam zu reflektieren und neue Impulse zu setzen. Um die Nachhaltigkeit solcher Maßnahmen zu erhöhen, sollte der Aufbau tragfähiger Netzwerke und eine gezielte Nachbetreuung der TN stärker in den Fokus rücken.

Ziel 2 zielte auf die Steigerung analoger und digitaler Kompetenzen im MINT-Bereich bei angehenden Pädagog:innen ohne akademischen Abschluss im Rahmen ihrer beruflichen Bildung. Der beantragte Indikator – die Anzahl der TN, die entsprechende Kompetenzen erwerben – wurde in vollem Umfang erreicht. Im Verlauf der internationalen Jugendbegegnung konnten zahlreiche angehende Pädagog:innen durch handlungsorientierte Methoden und interkulturellen Austausch wichtige Fähigkeiten im Bereich Technik, Programmierung, Elektronik und naturwissenschaftlicher Experimente erwerben. Diese Kompetenzen sind direkt in der praktischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen anwendbar und erweitern nachhaltig das methodische Repertoire der TN. Für die Zukunft bedeutet das: Projekte zur Kompetenzförderung im MINT-Bereich sollten sich gezielt an diese Zielgruppe richten und auf deren spezifische Lernbedarfe zugeschnitten sein. Eine regelmäßige, praxisbegleitende Reflexion sowie individuelle Lernbegleitung könnten helfen, die Nachhaltigkeit und Wirksamkeit weiter zu steigern.

Ziel 3 des Projekts war die Ausbildung der TN zu Multiplikator:innen, die in der Lage sind, das erworbene Wissen an Kinder, Jugendliche und gegebenenfalls auch Kolleg:innen weiterzugeben. Die im Antrag definierten Indikatoren bezogen sich auf die Anzahl der Bildungskontexte, in denen dies erfolgt. Auch dieses Ziel wurde erreicht: Die TN haben ihr Wissen in vielfältigen Settings – etwa in Projektwochen, Ferienangeboten oder offenen Werkstätten – angewendet und damit eine direkte Wirkung in der außerschulischen Bildungsarbeit erzielt. Die Evaluation belegt, dass das Multiplikator:innen-Prinzip besonders wirksam ist, wenn die Weitergabe praxisnah und im vertrauten Umfeld stattfindet. Für kommende Projekte sollte noch gezielter auf die Unterstützung der TN in ihren jeweiligen Institutionen geachtet werden, etwa durch begleitende Fortbildungen oder den Aufbau kollegialer Lernstrukturen. Ebenso könnten gezielte Maßnahmen zur Vernetzung von Multiplikator:innen entwickelt werden, um Synergieeffekte zu fördern und einen kontinuierlichen fachlichen Austausch zu ermöglichen.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die gesteckten Ziele des Projekts nicht nur erreicht wurden, sondern eine wichtige Grundlage für weiterführende Prozesse in der pädagogischen Praxis bilden. Die Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer strukturierten Nachbereitung, der gezielten Förderung von Kompetenzen und der langfristigen Begleitung von TN, um nachhaltige Wirkungen in der MINT-Bildung zu erzielen.

Berücksichtigung von Nachhaltigkeit

Das Projekt berücksichtigte soziale, ökologische und ökonomische Aspekte der Nachhaltigkeit in mehreren Bereichen.

Soziale Nachhaltigkeit wurde durch die gezielte Einbindung einer diversen Zielgruppe – insbesondere angehender Pädagog:innen ohne akademischen Abschluss – gestärkt. Diese erhielten praxisnahe Schulungen, die ihre beruflichen Chancen verbesserten. Interkultureller Austausch förderte den Abbau von Vorurteilen und ermöglichte gegenseitiges Lernen. Der „learning by doing“-Ansatz schuf nachhaltige Lernerfahrungen und stärkte die soziale Kohäsion in den Gruppen.

Ökologische Nachhaltigkeit wurde durch thematische Integration von Umweltbewusstsein gefördert. Es kamen überwiegend nachhaltige Materialien zum Einsatz, und Themen wie Recycling und Ressourcenschonung wurden aktiv in den Projekttagen behandelt. Die Teilnehmenden wurden für ökologische Verantwortung sensibilisiert und ermutigt, diese Aspekte in ihrer späteren Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weiterzugeben.

Ökonomische Nachhaltigkeit zeigte sich in einer bewussten, ressourcenschonenden Projektplanung. Durch die Nutzung lokaler Infrastruktur und Materialien sowie der Verzicht auf kostenintensive Reisen wie die geplante Fahrt nach Berlin konnte das Budget effektiv eingesetzt werden, ohne die Qualität des Projekts zu beeinträchtigen. Diese Entscheidungen stärkten gleichzeitig die lokale Verankerung und Eigeninitiative.

Als Lernort für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sehen wir unsere Rolledarin, eine Umgebung zu schaffen, die es Lernenden ermöglicht, nachhaltiges Denken und Handeln zu entwickeln. Unsere zentrale Aufgabe besteht darin, Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeit zu fördern und die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, die für eine nachhaltige Lebensweise erforderlich sind. Wir möchten Lernende dafür sensibilisieren, welche globalen und lokalen Herausforderungen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit stehen. Dazu gehört ein tiefes Verständnis für die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Dimensionen, die eng miteinander verknüpft sind. Ein wichtiger Aspekt unserer Rolle ist es, Lernende zu ermutigen, Probleme kritisch zu analysieren und kreative Lösungen
zu entwickeln. Sie sollen befähigt werden, konkrete Schritte zur Förderung nachhaltiger Entwicklung zu unternehmen und in ihrem eigenen Umfeld anzuwenden. Wir fördern die aktive Beteiligung der Lernenden, indem wir ihnen Raum geben, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen und Verantwortung für ihre Lernprozesse zu übernehmen. Dies stärkt ihre Fähigkeit zur Mitgestaltung und
zum demokratischen Engagement. Nachhaltigkeit erfordert vernetztes Denken, das über die Grenzen einzelner Disziplinen hinausgeht. Wir bieten eine interdisziplinäre Lernumgebung, die es den Lernenden ermöglicht, die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Bereichen wie Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu verstehen.

Insgesamt zeigt sich, dass Nachhaltigkeit in diesem Projekt als durchgängiges Prinzip wirksam integriert wurde – mit positiven Effekten auf alle beteiligten Ebenen.

Beteiligung der Teilnehmenden an der Projektgestaltung

Die aktive Mitgestaltung durch die Teilnehmenden war ein zentrales Element des Projekts. Auf deutscher Seite zeigten die Teilnehmenden ein hohes Maß an Eigeninitiative: Sie entwickelten eigenständig Workshop-Formate, planten Projekttage mit Kindern und Jugendlichen und führten diese erfolgreich durch. Der kreative Freiraum und der praxisorientierte Charakter der Aufgaben stärkten das Selbstvertrauen der TN und schufen nachhaltige Lernerfahrungen. Die Bildung thematischer Kleingruppen förderte Teamarbeit und Selbstorganisation.

Besonders positiv wurde die eigenständige Planung und Durchführung von Unterrichtseinheiten bewertet. Dieser Ansatz ermöglichte es den Teilnehmenden, ihre erlernten Inhalte direkt anzuwenden und weiterzugeben.

Auf tansanischer Seite hingegen zeigte sich ein höherer Unterstützungsbedarf. Die Umsetzung eigener Aktivitäten fiel schwerer, was u. a. auf mangelnde Vorbereitung, fehlende Erfahrung mit selbstorganisiertem Arbeiten und Unsicherheiten bei der Rollenverteilung zurückzuführen war. Die deutsche Projektleitung musste hier stärker moderierend eingreifen.

Für künftige Projekte ist es wichtig, gezielte Schulungen zur Projektplanung und Selbstorganisation frühzeitig zu integrieren. Klare Aufgabenpakete, regelmäßige Feedback-Schleifen und kontinuierliche Begleitung könnten die Eigenverantwortung stärken. Auch kulturelle Unterschiede im Umgang mit Verantwortung und Initiative sollten sensibel berücksichtigt werden.

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Zentrale Learnings aus dem Projekt

Das Projekt hat eine Vielzahl an wertvollen Erkenntnissen hervorgebracht, die sowohl inhaltliche als auch methodische, interkulturelle und organisatorische Aspekte betreffen. Besonders deutlich wurde, wie wirkungsvoll praxisorientierte Ansätze im Bereich MINKT sein können. Der handlungsorientierte Zugang („learning by doing“) ermöglichte es den Teilnehmenden, fachliche Kompetenzen nicht nur zu erwerben, sondern auch nachhaltig zu verankern. Dabei zeigte sich, dass MINKT mehr ist als Technikvermittlung – es geht ebenso um kreative Problemlösung, Zusammenarbeit und die Entwicklung von Selbstvertrauen.

Gerade für angehende Pädagog:innen ohne akademischen Abschluss stellte das Projekt eine wichtige Gelegenheit dar, niedrigschwellige und praxisnahe Zugänge zu MINKT-Themen zu erleben. Die Möglichkeit, eigenes Wissen direkt in der Gestaltung und Durchführung von Projekttagen mit Kindern und Jugendlichen einzusetzen, förderte das Gefühl von Selbstwirksamkeit und bestärkte die Teilnehmenden in ihrer Rolle als Multiplikator:innen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Weitergabe von Wissen gezielte Unterstützung braucht – etwa in Form von didaktischer Schulung oder kollegialem Austausch.

Der interkulturelle Aspekt des Projekts erwies sich als besonders bereichernd. Der Austausch zwischen den Teilnehmenden aus Deutschland und Tansania trug wesentlich zum Abbau von Vorurteilen, zur Erweiterung des eigenen Horizonts und zur Förderung gegenseitiger Wertschätzung bei. Dabei wurde aber auch sichtbar, dass strukturelle Unterschiede – etwa in Bezug auf Verantwortungsverständnis oder Kommunikationsgewohnheiten – Raum für Reflexion benötigen und aktiv in die Projektplanung integriert werden sollten.

Ein weiteres wichtiges Learning betraf die Bedeutung von Partizipation und Eigenverantwortung. Während die deutschen Teilnehmenden mit hoher Eigeninitiative agierten, zeigte sich auf tansanischer Seite ein größerer Unterstützungsbedarf. Für zukünftige Projekte empfiehlt sich daher, vorbereitende Schulungen zur Selbstorganisation und Projektplanung fest zu verankern sowie kleinere, klar abgegrenzte Aufgabenpakete zu definieren, die Schritt für Schritt eigenständig übernommen werden können.

Auch der Aspekt der Nachhaltigkeit spielte in mehrfacher Hinsicht eine Rolle. So wurde soziale Nachhaltigkeit durch die gezielte Einbindung unterrepräsentierter Zielgruppen gestärkt. Ökologische Aspekte wie Ressourcenschonung und Recycling wurden thematisch eingebunden und praktisch erprobt. Ökonomische Nachhaltigkeit zeigte sich in einem bewussten Umgang mit Mitteln – etwa durch die Nutzung lokal verfügbarer Materialien und den Verzicht auf kostenintensive Programmpunkte zugunsten lokaler Alternativen.

Schließlich lieferte die Evaluation wichtige Hinweise zur Wirksamkeit des Projekts. Kurzfristige Rückmeldungen – etwa durch direkte Workshop-Evaluationen oder Beobachtungen – ermöglichten Anpassungen im laufenden Prozess. Gleichzeitig wurde deutlich, dass es für eine nachhaltige Wirkung auch langfristige Begleitmaßnahmen braucht, z. B. Follow-up-Befragungen oder die stärkere Einbindung der Partnerorganisationen in die Auswertung.

Insgesamt zeigt das Projekt, wie wirkungsvoll MINKT-Bildung sein kann, wenn sie kreativ, praxisnah und interkulturell gedacht wird – und wie wichtig es ist, strukturelle Unterschiede zu berücksichtigen und Nachhaltigkeit auf allen Ebenen mitzudenken.

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